Texte > von und über Luis Sammer
> Luis Sammer zum 90. Geburtstag: Niemandes Knecht
> Luis Sammer zum 90. Geburtstag: Von Licht und Schatten des Sommers
> Luis Sammers Arbeiten erzählen vom "Daheim und Anderswo" ...
> "Der zufällige Blick genügt nicht" -- Luis Sammer im Gespräch
> Die Motive sind gesammelt, der Maler bekennt Farbe.
> Verinnerlichte Landschaften. Zu den Serien Landschaftsspuren
von Luis Sammer
> Landscape behind the landscape
> Che Luis Sammer non aspiri all'interpretazione e nemmeno alle "reinterpretazione"
> ich habe ihn verschlafen gesehen, als er um vier
uhr in der früh ...
Niemandes Knecht
Luis Sammer zum 90. Geburtstag.
"Brannte nicht unser Herz -", "Emmaus", "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt": Das sind drei Titel von Werken des steirischen Malers Luis Sammer, der am 4. Mai 2026 90 Jahre alt wird. Der erste bezieht sich auf die Eingangswand im Foyer zum Augustinum, der zweite auf eine Serie, die aktuell bei "Gott hat kein Museum" im KULTUM hängt, der dritte auf die Glasfenster in der Kapelle des Augustinums, die der damals 29-jährige Künstler im Jahr 1965 für die neue Kapelle des Bischöflichen Seminars gestaltet hat. Drei Werke, die die Verbundenheit dieses Künstlers mit christlichen Themen signalisieren.
Dabei lehnte Sammer bemühte Inhaltlichkeit in der Kunst radikal ab: "Reine Inhalte ohne Form sind Schmalz", pflegte er zu seinen vielen Schülern, von denen einige Künstler wurden, zu sagen. Er arbeitete sich jahrzehntelang an der Form ab, mit abstrakter, immer wieder tachistischer Farbgestaltung. Früh malte er ein Bild zur Schöpfung, das in der Ära von Bischof Johann Weber in der bischöflichen Hauskapelle im Grazer Ordinariat das Altarbild war.
Viele seiner unzähligen Blätter hat er auf Reisen gemalt, vornehmlich im Süden: in Istrien, auf Kreta, in Israel oder in der Wüste Sinai. Dort schrie er mit Josef Fink in die Wüste hinein: "Wir sind niemandes Knecht!" Sammer war eigenwillig und eigenständig und war damit auch eine moralische Autorität für seine Schüler am Bischöflichen Gymnasium. Bis in die späten 1990er Jahre war er in der diözesanen Kunstkommission tätig und ermöglichte herausragende Altargestaltungen (wie jene von Karl Prantl für die Leechkirche).
Er wurde mit dem "Würdigungspreis des Landes Steiermark" ausgezeichnet, war aber dann doch nicht Teil des späteren Kunstbetriebs dieses Landes: Es gilt, diesen Meister der Abstraktion und der Form wieder neu zu entdecken. Auf Schloss Seggau ist seit mehr als zehn Jahren eine Auswahl seiner Bilder zu sehen, die er 2015 der Sammlung des KULTUM schenkte. Die steirische Kirche verdankt Luis Sammer viel.
--- Johannes Rauchenberger zum 90. Geburtstag von Luis Sammer, SONNTAGSBLATT für Steiermark, Nr. 18/3. Mai 2026 [PDF]